Der Klapperstorch hat angeklopft: Bichls Kita-Kinder taufen das brütende Storchenpaar auf dem DB-Horst
Das beschauliche Bichl ist um 2 Einwohner reicher – und diese tragen nun auch offiziell Namen: „Wiggal“ und „Reßi“ haben die Kinder der örtlichen Kindertageseinrichtung die beiden brütenden Störche mit viel Kreativität getauft.
Die kleinen Namensgeber des Bichler Kindergartens haben sich viele Gedanken zur Namensfindung gemacht, denn einen Storch kann man schließlich nicht alle Tage benennen. „Ein Kind stellte bei der Namenssuche fest: Störche klappern so laut, die streiten bestimmt auch manchmal. Daraufhin beschlossen die Kinder, den Störchen besonders freundliche Namen zu geben – damit sie sich wieder vertragen können“, so berichtet die Kita-Leiterin Christiane Konrad.
Die feierliche Namensverkündung fand am Donnerstagvormittag, den 30.04.2026, am Bichler Storchenhorst in Anwesenheit des neu gewählten Bürgermeisters, Helmut Oppel, der Kita Bichl und Vertreterinnen der Lokalpresse statt. Nach der herzlichen Begrüßung durch den DB Pressesprecher Sebastian Meyer wurde in einem symbolischen Akt die Namensplakette enthüllt.
Eva Lutz, Projektingenieurin für Natur- und Artenschutz bei der DB InfraGO, freute sich ebenfalls über den raschen Einzug der gefiederten Bewohner. Sie betonte: „Wir freuen uns, dass unser Storchenhorst so schnell angenommen wurde. Unsere Idee, den Horst mit einem Nistkorb auszustatten, ist damit voll aufgegangen.“
Hintergrund für die Errichtung des Storchenhorsts waren Modernisierungsmaßnahmen an den Oberleitungen zwischen Tutzing und Kochel. Während zwei Masten mit Nestern erhalten bleiben konnten, musste ein bestehendes Storchennest durch einen Ersatzhorst ersetzt werden. Nach etwa einem Jahr Leerstand wurde der Horst im März 2026 nun erstmals von einem Weißstorchenpaar bezogen.
Der Zuzug in luftiger Höhe ist umso schöner, wenn man den Blick auf die vergangenen Jahre richtet. Denn insbesondere die schweren Unwetter des Jahres 2024 haben in der Region ihre Spuren hinterlassen. Extremwetterlagen mit Starkregen, Sturmböen und teils zerstörerischem Hagel forderten zahlreiche Opfer in der heimischen Tierwelt. Viele Wildtiere, darunter auch mehrere Störche aus der Umgebung Bichl und Kochel, fielen den Naturgewalten zum Opfer.
Noch erfreulicher für die Bichler Storchenpopulation ist daher: Das Verhalten von Wiggal und Reßi deutet daraufhin, dass sie aktuell Nachwuchs ausbrüten.
Der Schutz der Natur liegt der Deutschen Bahn besonders am Herzen. Als einer der größten Flächeneigentümer in Deutschland sind sie sich ihrer Verantwortung bewusst und setzen sich aktiv für den Erhalt von Pflanzen- und Tierarten ein. Der Ersatzhorst in Bichl ist ein Leuchtturmprojekt in Sachen lokaler Artenschutz.